Eschbach 13.Oktober 2012

Gelb und rot grüßte das welke Laub die einsamen Bergsteiger am frühen Morgen,
als eine illustere Gruppe gestandener Männer sich anschickte den Berg ihres Vertrauens
zu erklimmen.
Die Eschbacher Klippen, ein Bollwerk der Natur, fast unüberwindlich lagen sie vor ihnen.
Ausgerüstet mit Taucherflossen, Turnseilen, Engelsflügeln und einem Bauhelm ging es frisch
ans Werk, als die Dorfkirche gerade einmal 10.00 Uhr schlug.
Schon um 11.00 Uhr waren sie genommen , die Klippen und auch die Kräfte der Meisten zum Bergsport angetreten. Also wurde beschlossen das Ganze noch einmal zu wagen. Hinauf und hinunter , hinauf und hinunter. Immer ein frohes Lied auf den Lippen.
In diesem Fall war es immer nur ein und dasselbe Lied. „Sierra Madre, Sierra Madre“ kam immer und immer wieder locker aus den Kehlen der armen Bergwanderer. Auch deshalb weil ein mitgebrachter CD-Spieler es immer und immer wieder von sich gab.
Selbst bei der gemeinsamen Vesper gab dieser CD-Spieler nicht nach. Gnadenlos wurde das Lied in die Hirne und Herzen der Männer eingehämmert.
Und noch einmal, noch einmal , noch einmal.
Nach vier Stunden Bergsteigen, „Sierra Madre“ singen, Bergsteigen, „Sierra Madre“ singen,
war es dann so weit, die bis zur Schmerzgrenze geschädigten Köpfe und Beine gaben langsam aber sicher auf.
Ein letztes Mal noch fröhlich durch den Wald singend marschieren, natürlich mit „Sierra Madre“, und dann wieder zurück in die Zivilisation.
So mancher summte und sang auf der Fahrt nach Hause noch immer „Sierra Madre“.
Erstbesteigung mit Marketing. Oder so ähnlich.

Lucius Launhardt

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