06.10.2011

Zünftig war’s beim Oktoberfest

Vom traditionellen Sängerfrühschoppen am Nationalfeiertag zum weiß-blauen Oktoberfest in der Zehntscheune. Ein mutiger Schritt des Praunheimer Männerchors von 1878, aber „dank des tollen Spätsommerwetters bestens gelungen“, freute sich Vorsitzender Peter Scheit. Die Idee hatte Lucius Launhardt, der als aktiver Sänger den Männerchor auch künstlerisch begleitet. Vom Ansturm der Gäste waren selbst erfahrene Sänger wie Horst Wilhelm am Zapfhahn hinter der Theke überrascht. Im Nu war das historische Gemäuer überfüllt. Dort animierte Andreas Lippmann (Keyboard) mit alten Ohrwürmern. Um mehr Platz zu schaffen, verwandelten die Sänger flugs den Hof vor der Scheune in einen Biergarten.

Kleine Panne beim Fassanstich: Beim zweiten Schlag traf Peter Scheit nicht nur den Zapfhahn, sondern zertrümmerte auch das Bierglas, das Nachwuchssänger Stephan Windecker hielt. „Ich wollte schon den ersten Tropfen auffangen.“ Das war auch bitter nötig, viel zu früh war das letzte Fass angestochen. Es war eine bunte Mischung von Biergartenstimmung mit feschen Madels im frechen Dirndl und fröhlichem Männergesang. Da die Sänger um Dirigent Oliver Seiler noch nicht so recht mit bayerischer Volksmusik vertraut sind, beschränkten sie sich auf den Skandal im Sperrbezirk, alpenländische Lieder und den Wiener Oldie „Jung sammer, fesch sammer“.

Den Mut, die weiß-blaue Dekoration des Freistaates durch eine rot-weiße Dekoration zu ersetzen und somit zu einem Frankfurter Oktoberfest einzuladen, den hatten die Sänger noch nicht.

Artikel in der Neuen Presse vom 05. Oktober 2011